Aktuelles

Das erleben die Kulturstrolche zurzeit in den verschiedenen Städten




„Ich habe in meinem ganzen Leben immer gut gegessen“ – Porträtmalerei

Die Beckumer Kulturstrolche im Museum Abtei Liesborn

Im November 2014 machen sich die Kulturstrolche des vierten Schuljahrs der Bodelschwingh-Schule aus Beckum auf ins Museum Abtei Liesborn. Bei diesem Besuch dreht sich alles rund um das Thema „Portrait“.

Gleich am Anfang fischt die Museumspädagogin ein paar winzige Porträts aus der Hosentasche: Ganz kleine, alte Münzen mit Portraits von großen Persönlichkeiten wie Königin Elisabeth und König Karl Gustav. Die Kulturstrolche staunen nicht schlecht und nachdem bald die grundsätzliche Frage, was ein Portrait eigentlich ist, geklärt ist, sind alle bereit, sich mit den „richtigen“ Portraitgemälden in der Ausstellung des Museums zu beschäftigen. Frau Mengenkamp (die Museumspädagogin mit den Porträts in der Hosentasche) erzählt, wie die auf den Porträts abgebildeten Menschen sich abends manchmal sogar unterhalten. Da die Kulturstrolche auch ziemlich gute Beobachter sind, fällt es ihnen ganz leicht zu erraten, wer an besagtem Abend wohl was gesagt hat: Der dicke Mann z. B. „Ich habe es mir in meinem ganzen Leben gut gehen lassen und immer gut und viel gegessen“. Die Kulturstrolche merken aber auch, dass man auf jedes kleinste Detail achten muss, um zu erkennen, welchen Eindruck das Portrait der abgebildeten Person wohl vermitteln soll.

Anschließend geht es dann nicht mehr um die Kunst der Vergangenheit, sondern um die Künstler der Gegenwart. Und das sind die Kulturstrolche selber. Das sieht man schon ganz klar an den ersten Skizzenübungen. Danach können sich alle als echte Portraitkünstler bewähren und kleine Druckplatten mit dem eigenen Portrait erstellen. Die Kulturstrolche sind voll von Eindrücken dieses tollen, großen Museums und freuen sich über ihre eigenen künstlerischen Ergebnisse. So platzt es am Ende aus einem Kulturstrolch heraus: „Heute war ein richtig schöner Tag!“

König Friedrich - Ist das der mit der Kartoffel???

Um dieser und ähnlichen Fragen nachzugehen, besuchen die Kulturstrolche der vierten Klasse der Niels-Stensen Grundschule mit ihrem Lehrer Herrn Plonka im November 2014 das Stadtarchiv in Lippstadt.

Hier erforschen sie zunächst einige spannende Fakten zur Stadtgeschichte Lippstadts. Dazu schauen sich die Kulturstrolche alte Urkunden, Karten und Fotos an. Bald wissen sie genau, wie es von ein paar Bauernhöfen durch den Stadtgründer Bernhard und später König Friedrich II (der mit der Kartoffel) zum heutigen Lippstadt gekommen ist.

Um herauszufinden, wie die ganzen alten Dokumente gelagert werden, machen sich die Strolche auf ins Magazin des Archivs und dürfen sich einige Urkunden aus Pergament und Siegel anschauen, die sonst sorgfältig in den zahlreichen Regalen und Schränken verstaut sind.

Aber was kommt eigentlich ins Archiv? – ist die Frage, die es jetzt noch zu klären gilt und jedoch gar nicht so leicht zu beantworten ist. Ausgestattet mit verschiedenen Materialboxen dürfen die Kulturstrolche deswegen einmal arbeiten wie echte Archivare und z.B. entscheiden: Gehört die aktuelle Lippstädter Tageszeitung ins Archiv oder nicht? Nach einiger Zeit ist allen klar: Dinge, die mit Lippstadt zu tun haben und die vielleicht mal für die Geschichte der Stadt interessant sein könnten, sind im Stadtarchiv Lippstadt richtig aufgehoben.

Die Zeit vergeht wie im Fluge, sodass die Kulturstrolche am Ende des Vormittags noch gar nicht gehen wollen, da es in den Regalen und Vitrinen des Archivs noch viel zu entdecken gibt. Vielleicht kommt der ein oder andere Kulturstrolch ja noch mal wieder…

Pressemitteilung - Projekt Kulturstrolche lässt Grundschulkinder die Kultur ihrer Stadt entdecken und erleben

Gütersloh, 19. August 2014 - Die Kulturstrolche sind unterwegs! Kein Museumskeller, keine Theatergarderobe, kein geheimes Bibliotheksarchiv ist vor ihnen sicher. Die Kulturstrolche sind überall - vor und hinter den Kulissen. Am 20. August startet das Schuljahr 2014/2015, in dem Kinder von 881 Klassen aus über 200 Schulen in ganz NRW als Kulturstrolche auf Tour sein werden. Die Idee des Projekts: Begegnungen zwischen Kindern und Kultur schaffen. Die Grund-schüler entdecken dabei im Klassenverband drei Jahre lang die kulturellen Einrichtungen ihrer Stadt – unabhängig vom Geldbeutel und Interesse der Eltern. Kulturinstitutionen und Künstler und Künstlerinnen vor Ort öffnen ihre Türen und laden die Kulturstrolche ein, einmal hinter die Kulissen zu blicken. In diesen nachhaltig konzipierten Veranstaltungsreihen haben die Kulturstrolche die Gelegenheit, Kultur auszuprobieren und selbst zu entdecken, was ihnen gefällt. Denn Kulturstrolche gucken nicht nur zu, sie experimentieren, hinterfragen und sind selbst aktiv mit dabei! Initiiert und konzipiert wurde das Projekt 2006 vom Dezernat für Bildung, Familie, Jugend, Kultur und Sport der Stadt Münster. Mit Beginn des Schuljahres 2008/2009 starteten Grundschüler in neun Mitgliedsstädten des Kultursekretariats NRW Gütersloh als Kulturstrolche. In den folgenden Schuljahren nahm die Zahl der teilnehmenden Städte, Schulen und Institutionen kontinuierlich zu: Im Schuljahr 2014/2015 nehmen über 750 Klassen aus 37 Mitgliedsstädten des Kultursekretariats NRW Gütersloh teil. Das NRW KULTURsekretariat Wuppertal startete im ersten Förderjahr 2011/2012 mit Schülerinnen und Schülern aus 8 Mitgliedsstädten. Ab dem Schuljahr 2014/15 partizipieren auch Nichtmitgliedsstädte der Kultursekretariate, die sich am Landesförderprogramm Kulturrucksack beteiligen, für drei Jahre an der Kulturstrolcheförderung durch Landesmittel. Alle Kulturstrolche-Städte werden dabei nicht nur finanziell mit Fördermitteln aus dem Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes NRW, sondern auch inhaltlich und organisatorisch unterstützt. Die Erfolgsgeschichte des stetig wachsenden Projektes spricht für sich. Kulturstrolche sind mittlerweile in 53 Städten in ganz NRW unterwegs und erkunden das kulturelle Leben vor Ort – Tendenz weiterhin steigend. Alle teilnehmenden Kommunen, Projektbeispiele und vieles mehr finden Sie auf diesen Seiten.

Hier können Sie die Pressemitteilung zur Verbreitung und für lokale Zwecke herunterladen:

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